2026 jährt sich zum 25. Mal der Beginn unserer Forschung und Entwicklung von Motoren, die mit von außen zugeführter Wärme betrieben werden. Gemeinsam mit einem befreundeten Unternehmer begannen wir im Laufe des Jahres 2001 mit den ersten Designstudien und sammelten Fachwissen aus der Literatur, auf einschlägigen Konferenzen und im universitären Umfeld. Mangels eines ausreichend verfügbaren Internets waren dies neben Patentrecherchen die einzigen Informationsquellen zum Aufbau von Fachwissen. Entsprechend mühsam gestaltete sich der Entwicklungsfortschritt. Was heutzutage mit einem Mausklick möglich ist, gestaltete sich seinerzeit als eher schicksalhafte Suche durch Berge von Papier, um schließlich mit etwas Glück die richtigen Antworten zu finden.
Steiniger Weg bis zu ersten kleinen Erfolgen
Zurückblickend muss ich feststellen, dass anfänglich „nur der Mut des Unwissenden“ die Triebfeder für die Überwindung zahlreicher Hürden bildete. Immerhin dauerte es fünf Jahre, bis sich eine erste Maschine nur bewegte, geschweige denn eine Leistung zur Verfügung stellte. Es vergingen weitere zehn Jahre, in denen uns das Projekt Erfolge in nur winzigsten Dosen gönnte – jeweils gerade so viel – dass wir die Flinte nicht ins Korn warfen. Mit viel Mühe gelang es uns schließlich, eine Maschine auf dem Prüfstand zu präsentieren, die von Fachleuten mit Hang zu Kompromissen als hervorragend beurteilt wurde. Bei kritischer Betrachtung jedoch verließ mich der Mut, dieses Produkt in den Markt zu bringen. Ich stoppte kurzerhand weitere Entwicklungsschritte auf Basis der Thermodynamik des bekannten Stirling-Prozesses – eine schwierige Entscheidung nach 15 Jahren Vertrauen in eine seit mehr als 200 Jahren bekannte Technik.
2016: Neuanfang nach einer Entdeckung
Berechnungen zufolge lockte eine vielversprechende Idee als Lösung der angesammelten Probleme. Wir trennten uns von den thermodynamischen Vorgaben des Stirling-Prozesses und setzten Änderungen um, die dem Ericsson-Kolbenprozess ähnlich waren. Bereits Anfang 2018 bestätigte die erste Maschine auf dem Prüfstand unsere Berechnungsergebnisse. Wir tauften die neue Technologie „alphagamma® Verfahren“ und waren sehr glücklich angesichts der neuen Performance, insbesondere über die erfreulichen Eigenschaften hinsichtlich Dauerlauf, Wirkungsgrad und Laufruhe.
Nach zahlreichen marktgerechten Anpassungen, mehreren Hunderttausend Betriebsstunden auf den Prüfständen und einhergehend mit den positiven Rückmeldungen unserer Kunden wissen wir heute, dass wir die richtige Lösung gefunden haben. Ich möchte mich bei meiner Belegschaft für die hervorragenden Leistungen, für die Treue und vor allem für die Zuversicht in schwierigen Phasen bedanken. Wir haben dank gemeinsamer und unermüdlicher Anstrengung ein Produkt geschaffen, das erst am Anfang eines neuen Marktes für umweltfreundliche Energiegewinnung steht. Heute dürfen wir zusammen mit Partnern aus aller Welt an Technologieentwicklungen für die Nutzung von Wärme aus Biomasse, Biogas, thermischen Batterien, Wasserstoff und Ammoniak mitwirken.

