Ein lang gehegter Wunsch von Josef Frauscher ist vor einigen Monaten in Erfüllung gegangen: eine Sammlung von Exponaten, Entwicklungen, Erfindungen und Erlebnissen aus mehr als 50 Jahren Berufs- und Unternehmertätigkeit. Auf 250 m² Fläche fand alles Erhaltenswerte einen Platz, was im Laufe der Zeit auf die private und geschäftliche Entwicklung des Unternehmers einen Einfluss ausübte. Dank der tatkräftigen Unterstützung durch seine Marketing-Mitarbeiterin Brigitte Iglseder bei der zweisprachigen Beschriftung und dem Grafik-Design entstand eine Atmosphäre, die technisch interessierten Besucherinnen und Besuchern Einblicke in weitgehend unbekannte Anwendungen aus den Fachbereichen Elektronik, Elektrotechnik, Hydraulik und Maschinenbau gewährt.
Räumlich gegliedert: Oldtimer-Fahrzeuge, Sensortechnik und Stirlingmotoren
Während einige Motorräder, Autos und Traktoren eher einen persönlich- nostalgischen Bezug zu seiner Jugendzeit markieren, zeigt sich in der Abteilung Elektronik eine auf den ersten Blick kaum nachvollziehbare Produktstrategie, die letztlich zum späteren Bahntechnikunternehmen Frauscher Sensortechnik führte. Bei genauerem Hinschauen wird jedoch schnell klar, dass eine einfache Schwingkreis-Spule das Kernelement für eine Vielzahl induktiver Geräte bildet. Garagentor-Fernsteuerungen, Lotmessanlagen für Staumauern (Hänge- und Schwimmlote), Funknahsysteme für Verkehrsampelsteuerungen, Entladesteuerungen für Schüttgutwaggons sowie Einrichtungen zur sicheren Lagemeldung von Weichenzungen seien hier nur stellvertretend genannt. Das gleiche Spulenelement fand auch in einem Radsensor für das Erfassen von Eisenbahnrädern Anwendung, eine Entwicklung, die in Verbindung mit Gleisfreimeldeanlagen zu einem großen Erfolg wurde.
Ein eigener Bereich ist der Forschung und Entwicklung von Stirlinggeneratoren gewidmet.
Zehn entwickelte, gefertigte und ausführlich getestete Prototypen nach dem Alpha-, Beta- und Gammaprinzip zeugen vom zähen Verlauf der Motorenforschung seit dem Projektstart im Jahr 2001. „Wir planten damals einen Markteinstieg innerhalb von 5-6 Jahren, aber daraus wurde nichts. Erst mit der Erfindung der alphagamma® Technologie erzielten wir im Jahr 2018 den Durchbruch“, merkt Josef Frauscher rückblickend an und erörtert im Detail die technischen Schwierigkeiten, die es zu lösen galt. Wer tiefer in die Materie einsteigen will, erhält eine verständliche Erklärung, warum die neue Technologie nur ein Drittel der Kolbenkräfte vergleichbarer Fabrikate aufweist, wie es vom Gleichraum- zum Gleichdruckprozess kommt und warum der alphagamma® Prozess kein Stirlingprozess, sondern ein Ericsson-Prozess ist.
Den Abschluss einer Museumsführung bildet meist ein Besuch der Motorenprüfstände im Technikum-Gebäude der Frauscher Motors GmbH. „Vorrang bei Anfragen haben natürlich unsere Kunden. Wir freuen uns aber auch über das Interesse von technisch interessierten Gruppen, denen wir – je nach freien Zeitfenstern – eine Führung anbieten“, sieht Josef Frauscher weiteren Besucherinnen und Besuchern seines Museums gerne entgegen.

